Die Geschichte von Puerto de la Cruz

Im Grunde hat die Stadt ihre Entstehung der fehlenden Infrastruktur auf Teneriffa im späten Mittelalter zu verdanken. Puerto de la Cruz hieß früher Puerto de la Orotava. Aufgrund nicht vorhandener Verkehrswege war es nicht möglich die Güter für den täglichen Lebensbedarf aus anderen Städten Teneriffas nach La Orotava zu bringen. Deshalb wurden diese Waren für die dortige Bevölkerung mit Schiffen in die Bucht San Felipe (heute liegt hier der Playa Jardin) geliefert. Die Schiffe ankerten vor der Küste und die Produkte wurden in Ruderbooten an Land und dann in die etwas südlicher (landeinwärts) gelegene Ortschaft La Orotava gebracht.

Küste von Puerto de la Cruz
Küste von Puerto de la Cruz

Ein Ratsmitglied plante eine Stadt

Die Stadt La Orotava wuchs und mit ihr auch der Handel über die Bucht von San Felipe. Es kamen nun nicht mehr nur Güter im Hafen an, sondern es wurden auch landwirtschaftliche Produkte für den Handel exportiert. Um den entstandenen Hafen vor Piraten zu schützen, wurde zwischen 1550 und 1650 eine Festung (Castillo San Felipe) geplant und gebaut.

Um 1600 teilte Antonio Franchi y Lutzardo, der damalige von Kastilien eingesetzte Regidor, das Gebiet der heutigen Stadt Puerto de la Cruz in einzelne Grundstücke auf. Dabei berücksichtigte er Flächen für Kirchen, Plätze und öffentliche Gebäude genauso wie Wohnhäuser. Einige Gebäude aus dieser Zeit prägen das Stadtbild heute noch: die damals entstandene Nuestra Senora de la Pena de Francia ist heute noch die Hauptkirche von Puerto de la Cruz; im Casa de la Real Aduana, dem ursprünglich für den Planer Antonio Franchi errichteten Gebäude und ehemaligen Zollgebäude, ist ein Museum und die Touristinformation untergebracht.

Der Handel lässt die Stadt wachsen

Puerto de la Orotava erlebte mit dem Aufkommen des immer größer werdenden Schiffshandels mit England und den spanischen Kolonien einen wirtschaftlichen Aufschwung und auch ein großes Bevölkerungswachstum an englischen Einwohnern. Das führte dazu, dass die Kirchen der Stadt durch unterschiedliche Religionen geprägt wurden. Der Friedhof am Castillo San Felipe war beispielsweise eine Notlösung, um anglikanische Engländer und andere Bevölkerungsgruppen mit nichtchristlichem Hintergrund beerdigen zu können. Noch heute leben viele englisch- und irischstämmige Einwohner in Puerto de la Cruz. Im Jahr 1808 wurde Puerto de la Orotava in Puerto de la Cruz umbenannt. Sie ist seitdem eine selbständige Stadt. Puerto de la Cruz musste die Bedeutung seines Hafens im Laufe seiner Geschichte immer mehr an die Hauptstadt Teneriffas, Santa Cruz de Tenerife abgeben.

Der Tourismus hält Einzug

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts lassen sich touristische Züge in der Stadtgeschichte von Puerto de la Cruz erkennen. Was mit Zimmervermietung an Hafenarbeiter und Seeleuten begann, wurde schnell größer. Die ersten Hotels entstanden um 1900 aus ehemaligen Herrenhäusern und sind teilweise heute noch – natürlich modernisiert und immer weiter entwickelt – als Hotels in Betrieb: das Marquesa zum Beispiel oder das Monopol. Das erste Luxushotel entstand dann 1893 und ist heute als Taoro Hotel mit dem zugehörigen Taoro Park verbunden.

Der Tourismus boomt

Nach Einrichtung der ersten Hotels und der damit verbundenen Nachfrage wurde der Tourismus in vielfältiger Weise und auf allen Ebenen gefördert, was dazu führte, dass auch mehrstöckige Hochhäuser entstanden. Die spanische Regierung und auch die Stadtväter versuchen heute das kulturelle Erbe der Stadt zu erhalten und zu vermarkten. Mittlerweile ist Puerto de la Cruz das Zentrum der Nordküste Teneriffas und eine der bedeutendsten Städte der Insel – dazu gehören auch La Orotava und einige andere Ortschaften. Von der spanischen Immobilienkrise und damit einhergehenden wirtschaftlichen Problemen hat Teneriffa sich mittlerweile wieder erholt. Die Touristengebiete werden gerade wieder sehr stark nachgefragt.

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Karte von Puerto de la Cruz

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